Roter Roller

In der Notaufnahme des Marienhospitals

Michael Thews - Aug• 14•15

Hand in Hand mit dem Team der Notaufnahme des Marienhospitals

Der erste Halt auf meiner diesjährigen „Roten Roller Tour“ führte mich in die Notaufnahme des Marienhospitals in Lünen wo ich als Praktikant für einen halben Tag mitarbeiten durfte.

Oberarzt Dr. Arne Krüger, Leiter der Zentralen Aufnahme, begrüßte mich, stellte mich dem Team vor und führte mich durch die sehr freundlich und praktisch gestalteten Räume. Die Notaufnahme ist gut ausgestattet, hier können die Ärzte mit ihren Teams im Notfall sogar Operationen durchführen.

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Zum Glück nur eine Schnittwunde nach Arbeitsunfall

Insgesamt war es eine ruhiger Vormittag in der Aufnahme. Bis per Anruf mitgeteilt wurde, dass gleich ein Mann eingeliefert werden würde, der nach einem Arbeitsunfall offenbar eine schwere Beinverletzung davon getragen hatte. Sofort wurden zwei Fachärzte für Chirurgie und Anästhesie hinzugerufen. Als der Patient eingeliefert wurde, waren sie schon vor Ort. Zum Glück stellte ergab die Untersuchung, dass es sich bei der Beinverletzung um eine Schnittwunde handelte. Sie wurde genäht, geröntgt und der Patient konnte entlassen werden.

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Bei weitem nicht jeder Fall ist ein Notfall

Klar wurde in meinem halbtägigen Praktikum auch, dass bei weitem nicht alle in der Notaufnahme behandelten Fälle auch Notfälle sind. In den vergangenen Jahren wird aus verschiedenen Gründen die Notaufnahme immer stärker genutzt. In meinen Gesprächen habe ich vorgeschlagen, den bereits eingeschlagenen Versuch, die Kapazitäten der Notversorgung in Lünen, die ja auch vom Ärztlichen Notdienst sichergestellt wird, besser zu vernetzen. Die Idee, den ärztlichen Notdienst direkt im Krankenhaus anzusiedeln, finde ich interessant.

Es geht besonnen und sehr professionell zu

Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass die Schwestern mich in ihre Arbeit einbezogen, ich durfte leichte Hilfestellungen leisten, bekam vieles erklärt und gezeigt. Dafür bedanke ich mich herzlich. Mich hat die besonnene und professionelle Atmosphäre in der Notaufnahme beeindruckt.

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Das geplante Gesetz zur Krankenhausstruktur

Eine Diskussionsrunde beendet meinen Besuch als Praktikant. Zur Diskussion stand bei Krankenhausverwaltungen, bei der Ärzteschaft und beim Personal das Krankenhausstrukturgesetz, über das nach der Sommerpause im Bundestag weiter debattiert wird. Auch das Marienhospital in Lünen befürchtet eine Verschlechterung seiner finanziellen Lage. Michael Goldt, stellvertretender Geschäftsführer, rechnete vor, dass das zur Verfügung stehende Budget die Tariferhöhungen nicht ausgleiche. Das Marienhospital hätte dadurch pro Jahr eine halbe Million Euro weniger zur Verfügung. Markus Lingenauber Vorsitzender der Mitarbeitervertretung, übte ebenfalls Kritik: „Am Ende zahlen die Beschäftigten für dieses Gesetz – auch mit ihrer eigenen Gesundheit.“

SPD-Fraktion kämpft für eine Verdoppelung beim Pflege-Sofortprogramm

Ich habe angeboten, die Zahlen aus Lünen mit nach Berlin zu nehmen und in die aktuelle Diskussion einzubringen. Welche Auswirkungen das Gesetz für einzelne Krankenhäuser hat, ist an vielen Stellen noch unklar. Die SPD-Fraktion wird sich in der großen Koalition für eine deutliche Aufstockung des Pflegestellen-Förderprogramms einsetzen. Das vom CDU-Minister Hermann Gröhe geführte Ressort hat für ein Pflege-Sofortprogramm 660 Millionen Euro vorgesehen. Die SPD-Fraktion fordert, diese Summe zu verdoppeln.

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