September 5

Auf Streife

Das Martinshorn und das Blaulicht sind nicht zum Einsatz gekommen, als ich mit der Polizeikommissarin Marina Wawrik und Polizeihauptkommissar Jörg Möllmann auf Streife gefahren bin. Vieles ist Routine im Tagesablauf der Beamten und so begann die Schicht in Begleitung von Polizeihauptkommissar Stefan Lemberg mit Kontrollfahrten, bei denen bestimmte Punkte in Lünen routinemäßig abgefahren werden. Aufmerksamkeit und der Blick für die Situation zeichnen die Beamten aus. Dinge die ich übersehen hätte, wie das Handy am Ohr eines Fahrradfahrers, fallen den Einsatzprofis sofort ins Auge.

Mir ist schnell klar geworden, welche Bedeutung das „Präsenz zeigen“ hat. Die beiden Polizeibeamten sind auf ihrer Streife nämlich nicht nur ganz gezielt Örtlichkeiten, wie Flüchtlingsunterkünfte im Stadtgebiet angefahren, sie haben auch immer gezielt Bürgerinnen und Bürger angesprochen. Sie haben sich gesprächsbereit gezeigt und sicherlich auch Schwellenängste abgebaut. Wie ich finde, eine wichtige Grundlage für die Arbeit der Polizei. Das hat mich sehr beeindruckt, denn ich hatte das Gefühl, dass diese Nähe zur Polizei bei vielen Bürgerinnen und Bürgern gut angekommen ist.

Das gilt sicher nicht für alle, das habe ich auch mitbekommen. Die Beamten haben natürlich auch „alte Bekannte“ angesprochen, denen der Kontakt bestimmt nicht so angenehme gewesen ist. Im Gespräch mit den Beamten ist auch deutlich geworden, dass es nicht immer so friedlich ist wie heute. Der Ton ist rauer geworden und bestimmte Gruppen haben weniger Respekt und zeigen keine Einsicht.

Der Arbeitsplatz der beiden ist ja eigentlich die Wache in Lünen, aber auch ihr Einsatzfahrzeug. Eigentlich ist das eine mobile Einsatzzentrale. Hier kommt die Ausrüstung ins Spiel, die den unterschiedlichsten Anforderungen gerecht werden muss. Ich denke, es ist richtig, dass wir eine gute Ausstattung für unserer Polizei im Auge haben und diese auch weiter optimieren. Das gilt auch für die Kommunikation. Ich habe selbst miterlebt, wie wichtig die Kommunikation mit den Kollegen und mit der Einsatzzentrale ist. Nur wenn alle Informationen schnell und präzise ausgetauscht werden, können die Einsätze professionell bearbeitet werden.

So eine Situation kommt dann kurz vor Schichtende über Funk. „Wir“ werden in Dortmund gebraucht. Die erste Information: Ein Pkw fährt ohne Räder. Später stellte sich heraus, dass sich eine Person nach einem Unfall von der Unfallstelle entfernt hatte und trotz eines defekten Reifens an einem Rad, nur auf der Felge davongefahren war. Die Spur ließ sich über mehrere Kilometer gut verfolgen, weil die Felge im Asphalt ihre Spuren hinterlassen hatte.  Die Beamten ermitteln den Mann und hier zeigt sich, wie die Beamten durch gezielte Fragen die schwierige Situation klären, aber auch deeskalierend einwirken und immer auch die Sicherheit im Blick haben. Denn bei der Befragung wird auch der „Fluchtgrund“ deutlich. Alkohol scheint auch eine Rolle gespielt zu haben. Auch hier spielt die Ausrüstung eine wichtige Rolle, denn solche Situationen sind schwer einzuschätzen.

Meine Schicht bei der Lüner Polizei hat mir gezeigt: Die Forderung der SPD-Bundestagsfraktion ist richtig: „Sicher sein und sich sicher fühlen“. Wir brauchen 12.000 neue Polizeistellen in Bund und Ländern und wir müssen in die Ausstattung unserer Polizei investieren.

Deutschland ist ein weltoffenes Land. Unsere Freiheit werden wir mit allen Mitteln des Rechtstaates verteidigen – gegen Gewalttäter und organisierte Kriminalität, gegen Terroristen und Feinde unserer demokratischen Grundordnung. Wir werden es nicht tolerieren, wenn Einzelne den Terrorismus unterstützen oder Jugendliche für Terroraktionen rekrutieren wollen. Für uns gilt: Klare Kante gegen jede Art von Extremismus.

Es darf keine Orte in Deutschlad geben, die von der Bevölkerung aus Angst gemieden werden. Wir wollen, dass die Menschen in unserem Land sicher sind – und sich sicher fühlen. Wir setzen uns für ein umfassendes Sicherheitskonzept ein, das nachhaltig für mehr Sicherheit im öffentlichen Raum sorgt: Mit mehr Prävention und schlagkräftigen Sicherheitsbehörden, die finanziell und materiell gut ausgestattet sind. In Europa treiben wir einen besseren Schutz der EU-Außengrenzen, eine engere Kooperation der Sicherheitsbehörden sowie engere europäische Standards beim Waffenrecht voran.

UNSERE ZIELE

– mindestens 12.000 zusätzliche Polizisten in Bund und Ländern

– Bessere technische Ausstattung von Polizei und Sicherheitsbehörden sowie Stärkung der Justiz

– Bekämpfung organisierter Kriminalität durch Erschwerung der Geldwäsche

–  In Prävention und politische Bildung investieren

– Cyber-Kriminalität bekämpfen

– Intensivere Zusammenarbeit der europäischen Sicherheitsbehörden



Copyright 2017. All rights reserved.

Veröffentlicht5. September 2016 von Michael Thews in Kategorie "Allgemein